Christa Manz-Dewald


Auf einem Blatt schrieb die Frau
-blasse Bleistiftstriche, die Schrift flüchtig,
als solle nicht geredet, nichts erklärt,
schon gar nichts behauptet,
als dürfe nur geflüstert werden-:
"Das Meer entwickelt meine Bilder"

aus: La Mer et la mère
Künstlerische Gedanken in kultureller Begegnung
Eine retrospektive Betrachtung des Schaffens und Wirkens von Christa Manz-Dewald - Dr. Marina Linares (April 2010)

Wer das Werk von Christa Manz-Dewald erfassen will,
muss bereit sein, sich auf Sinnliches und Geistiges zugleich einzulassen – muss eintauchen in eine ästhetisch-philosophische Sphäre, die einen Blick hinter die Erscheinungen, einen tieferen Blick, über profanes Objekterkennen hinaus, fordert. Gerade die Vielgestaltigkeit dieser künstlerischen Arbeit, die von klassischen Bildmedien über innovative Installationskonzepte bis zu eigenen Kulturprojekten reicht, lenkt unseren Blick auf den künstlerischen Gedanken dahinter, auf die zugrunde liegenden Ideen oder Prinzipien sowie auf die Schaffensintention der Künstlerin, die abstrakt genug scheinen, um sich in all diesen verschiedenen Formen und Techniken verwirklichen zu können. Ihre künstlerische Laufbahn beginnt Manz-Dewald mit einem zehnjährigen Privatstudium der Aquarellmalerei bei Wilhelm Gorré – mit einer Maltechnik, die ihrem Interesse sehr entgegen kommt: Das Wesen dieser Malweise zeichnet sich durch malerische Wechsel und Verbindungen, durch das Leichte und Lichte, das Fließen und Fließen-lassen aus; Farbe wird nicht – wie bei Öl- oder Acrylmalerei – in abdeckender oder gar pastoser Masse aufgetragen,